Matthias Erzberger

Der Namensgeber unserer Schule

matthias Erzberger

Er wurde 1875 in Buttenhausen bei Münsingen als Sohn einfacher Eltern geboren.
Nach seiner Schulzeit machte er eine Ausbildung als Volksschullehrer und war von 1894 bis 1896 als Lehrer in Marbach, Göppingen und Stuttgart-Feuerbach tätig.

1896 begann seine Tätigkeit als Journalist und Redakteur beim „Deutschen Volksblatt“ in Stuttgart, einer katholischen Tageszeitung.
Seit dieser Zeit arbeitete er in katholischen Arbeitervereinen und wurde Mitglied der Zentrumspartei. Mit 28 Jahren wurde er als Kandidat der Zentrumspartei im Wahlkreis Biberach – Bad Waldsee – Leutkirch – Wangen für die Reichstagswahl 1903 nominiert und gewählt. Er war der jüngste Abgeordnete im Reichstag in Berlin.

Seine große Zeit als Politiker und Staatsmann begann 1916/17, als er sich für die Beendigung des Krieges und für einen Verständigungsfrieden einsetzte. Er war zusammen mit anderen Abgeordneten der Verfasser der Friedensresolution des Deutschen Reichstages.
1918 leitete er die deutsche Kommission, die beauftragt war, den Waffenstillstand in Compiegne abzuschließen.
1919 wurde er Minister in der ersten Regierung der Weimarer Republik und trat trotz vielfältigen Widerstandes für die Annahme des Versailler Friedensvertrages ein.

Als Finanzminister und Vizekanzler war er seit 1919 zuständig für geordnete Finanzen als Grundlage für den Neubau des staatlichen Lebens nach dem ersten Weltkrieg.

 Seine Finanz- und Steuerreform, die wesentlich vom Gedanken der Steuergerechtigkeit geprägt war, schuf diese Möglichkeit und wurde wegweisend für die zukünftige Finanzerfassung.

Am 26. August 1921 wurde Matthias Erzberger das Opfer der weitverbreiteten rechtsradikalen Hetze gegen demokratische Politiker in der Weimarer Zeit. Bei Bad Griesbach im Schwarzwald wurde er von rechtsextremistischen Fanatikern bei einem Spaziergang erschossen.

Sein Grab befindet sich auf dem Katholischen Friedhof in Biberach.
Anläßlich seines 65. Todestages erhielt die Haus- und Landwirtschaftliche Schule des Kreises ihren neuen Namen: Matthias-Erzberger-Schule.

Vortrag gehalten von Guntram von Schenk in Biberach (Riß) am 14.11.2008 zum Gedenken an den Waffenstillstand vom 11.11.1918 in Compiègne, der den 1. Weltkrieg beendete.

MATTHIAS ERZBERGER IM BLICKPUNKT DER MATTHIAS-ERZBERGER-SCHULE

Das tödliche Attentat auf Matthias Erzberger wird sich am 26. August zum einhundertsten Mal jähren. Diese Tatsache nimmt die Matthias-Erzberger-Schule zum Anlass, sich mit ihrem Namensgeber intensiver zu befassen. Das Gedenkjahr der Schule steht unter dem Motto: „Demokratie ist nicht selbstverständlich – bring dich ein!“ Somit soll der Bogen von Erzberger bis in die Gegenwart gespannt werden. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnten nun einige Veranstaltungen durchgeführt werden. Weitere Aktionen sowie eine zentrale Gedenkfeier sind für den Herbst dieses Jahres geplant.

Der erste Höhepunkt des Erzberger-Gedenkens war die Fahrt des ersten Jahrgangs der Zweijährigen Berufsfachschule nach Buttenhausen, dem Geburtsort von Matthias-Erzberger. Um die Hygieneregeln einhalten zu können, wurde diese Fahrt auf zwei Tage verteilt, so dass alle Klassen dieser Schulart an der Exkursion teilnehmen konnten. In Buttenhausen wurden in Begleitung kompetenter Guides drei Stationen durch die Berufsfachschülerinnen und –schüler erschlossen. So stand die Besichtigung des jüdischen Museums in der ehemaligen Bernheimerschen Realschule auf dem Programm. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler ihnen bislang unbekannte Aspekte über das jüdische Leben allgemein und speziell in Deutschland vor dem Holocaust. Durch die Veranschaulichung am konkreten Beispiel des überschaubaren Ortes Buttenhausen wurde bislang theoretisch Erfasstes nun sehr persönlich. Hier ging es um Einzelschicksale, was die MES-Schülerinnen und –Schüler sehr bewegte. Viele vertiefende Nachfragen von Seiten der jungen Besucherinnen und Besucher unterstrichen die fundierte Auseinandersetzung. Eine weitere Station der Exkursion auf die Schwäbische Alb war der Besuch des jüdischen Friedhofs in Buttenhausen. Auch hier erfuhren die Schülerinnen und Schüler viel Neues und Interessantes über die jüdische Kultur.

Die dritte Station der Bildungsfahrt setzte sich mit dem Namensgeber der Matthias-Erzberger-Schule auseinander. Im Buttenhauser Geburtshaus Matthias Erzbergers lernten die Berufsfachschülerinnen und –schüler den großen Sohn der Gemeinde als Politiker und Mensch kennen. Auch hier zeigten sich die Gruppen sehr interessiert. Vielen wurde erst hier richtig bewusst, wie zukunftsweisend und heute immer noch aktuell die von Erzberger vertretenden Politikansätze sind. Interesse weckte auch Erzbergers Tätigkeit als Finanzminister und seine bis heute nachwirkende Steuerreform als Grundlage des modernen Finanz- und Steuerwesens. Auch sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit hinterließ bei den Jugendlichen Eindruck.
Das Ziel, einen persönlichen Zugang zur Person Erzbergers zu finden, wurde erreicht, was auch die Diskussionen der Schülerinnen und Schüler untereinander bestätigten.
Noch tiefgründiger mit Erzbergers Politik vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg setzten sich zwei 11. Klassen des Beruflichen Gymnasiums der Matthias-Erzberger-Schule auseinander. Anhand von Quellen erarbeiteten die Gymnasiasten das politische Umfeld der damaligen Zeit und den Wandel in Erzbergers Denkweise vom durchs Kaiserreich geprägten Zentrumspolitiker zum bis heute wegeisenden

Verständigungspolitiker. Sichtlich beeindruckt stellten die Schülerinnen und Schüler fest, dass Erzberger in der Außenpolitik Wege skizzierte, die heute verwirklicht Europa Frieden, Freiheit und Wohlstand bescheren.
Auch drei 12. Klassen des Beruflichen Gymnasiums befassten sich anlässlich des nahenden 100. Todestages mit dem Namensgeber ihrer Schule. Hier erfolgte der Zugang kreativ über zeitgenössische Erzberger-Karikaturen. In Form einer Collage sollten die Oberstufenschülerinnen und –schüler dann erarbeiten, welche Bedeutung Matthias Erzberger für sie und die Gesellschaft im Jahr 2021 hat. Die von den Jugendlichen erstellten Werke, die im Schulgebäude ausgestellt werden, haben das große Anliegen, Erzberger zu „entstauben“ und einen modernen Zugang zu seiner Person – insbesondere für die Mitschülerinnen und Mitschüler – zu legen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Eine Besichtigung wird sich auf jeden Fall lohnen.

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